Bild & Wort

©stich-schlinge
Zitatquelle im Bild: Zitante
Zitat: ©Gerlinde Nyncke *1925
aufgenommen: zuHause
verlinkt bei Nova – Zitat im Bild ☼ 119

Fühl dich lieb umärmelt und genieß den Sonntag
Gabi Favicon_stich-schlinge

Zum Abschluss noch WORTE von Heinrich Heine…ernst…aber schön!

Sonnenuntergang
(Heinrich Heine)

Die glühend rote Sonne steigt
Hinab ins weitaufschauernde,
Silbergraue Weltenmeer;
Luftgebilde, rosig angehaucht,
Wallen ihr nach; und gegenüber,
Aus herbstlich dämmernden Wolkenschleiern,
Ein traurig todblasses Antlitz,
Bricht hervor der Mond,
Und hinter ihm, Lichtfünkchen,
Nebelweit, schimmern die Sterne.
Einst am Himmel glänzten,
Ehlich vereint,
Luna, die Göttin, und Sol, der Gott,
Und es wimmelten um sie her die Sterne,
Die kleinen, unschuldigen Kinder.

Doch böse Zungen zischelten Zwiespalt,
Und es trennte sich feindlich
Das hohe, leuchtende Ehpaar.

Jetzt am Tage, in einsamer Pracht,
Ergeht sich dort oben der Sonnengott,
Ob seiner Herrlichkeit
Angebetet und vielbesungen
Von stolzen, glückgehärten Menschen.
Aber des Nachts,
Am Himmel, wandelt Luna,
Die arme Mutter,
Mit ihren verwaisten Sternenkindern,
Und sie glänzt in stiller Wehmut.

Und liebende Mädchen und sanfte Dichter
Weihen ihr Tränen und Lieder.
Die weiche Luna! Weiblich gesinnt,
Liebt sie noch immer den schönen Gemahl.
Gegen Abend, zitternd und bleich,
Lauscht sie hervor aus leichtem Gewölk,
Und schaut nach dem Scheidenden, schmerzlich,
Und möchte ihn ängstlich rufen: „Komm!
Komm! die Kinder verlangen nach dir -„
Aber der trotzige Sonnengott,
Bei dem Anblick der Gattin erglüht er
In doppeltem Purpur,
Vor Zorn und Schmerz,
Und unerbittlich eilt er hinab
In sein flutenkaltes Witwerbett.

Böse, zischelnde Zungen
Brachten also Verderben
Selbst über ewige Götter.
Und die armen Götter, oben am Himmel
Wandeln sie, qualvoll,
Trostlos unendliche Bahnen,
Und können nicht sterben,
Und schleppen mit sich
Ihr strahlendes Elend.

Ich aber, der Mensch,
Der niedriggepflanzte, der Tod-beglückte,
Ich klage nicht länger.

Quelle: Sonnenuntergang – Heinrich Heine
http://www.textquellen.de

 

©stich-schlinge

*Das Auge macht das Bild, nicht die Kamera. Gisèle Freund

6 Kommentare

  1. Oh wie schön…so weich das Licht des Sonnenuntergangs.
    Dem stimme ich gern zu, dass er gegen seinem Ende hin wahrlich immer schöner wird. 🙂

    Grüessli
    Julia

    1. Sonnenauf- oder untergänge sind etwas Wunderbares, mal mehr mal weniger spektakulär…aber immer sch♥n!Danke dir, liebe Julia
      und ganz liebe Grüesslis zurück bis in die Schweiz

  2. Hallo liebe Gabi, wie kommt es, dass ich jetzt erst Deinen schönen Blog entdecke…

    Das war so der erste Gedanke! Und Dein Bild mit dem nachdenkenswerten Zitat von einer mir unbekannten Autorin, begeistert mich außerdem.

    Interessant finde ich übrigens auch Deine tolle Idee bezüglich der Tauscherei. Dinge, die nicht mehr gebraucht werden, können anderweitig noch nutzen. 👍

    Mit sonnigen Grüßen, Heidrun

    1. ♥Willkommen liebe Heidrun!
      Wobei ich vermute das wir uns von meinem (früheren) Fotoblog *einen Blick* schon „kennen“ 😉
      Ich freue mich, dass es dir bei mir gefällt! Wir lesen uns!

  3. Stimmt, absolut. Besser kann ein Tag nicht ausklingen und du hast davon eine tolle Aufnahme gemacht. Die Worte passen perfekt dazu. Danke dir vielmals. Freue mich sehr dass du wieder mit dabei bist.

    Wünsche dir noch einen superschönen Tag und einen ebenso Tagesausklang.

    Herzliche Grüsse

    N☼va

    1. Auch dir einen wunderschönen Sonntag, drück dich! GLG

Kommentare sind geschlossen.